Ratgeber
GdB bei Migräne beantragen
Wer unter häufiger oder schwerer Migräne leidet, kann einen Grad der Behinderung (GdB) feststellen lassen. Entscheidend ist nicht die Diagnose allein, sondern ein nachvollziehbarer Nachweis über Häufigkeit und Schwere. Dieser Leitfaden zeigt, was zählt und wie der Weg abläuft.
Stand: Juni 2026
Bekomme ich für Migräne einen GdB?
Ja, das ist möglich. Das Versorgungsamt bewertet nicht die Diagnose für sich, sondern wie stark die Migräne dich im täglichen Leben einschränkt. Eine seltene, leichte Verlaufsform führt meist zu keinem oder nur einem geringen Grad. Eine häufige oder schwere Verlaufsform, mit Ausfalltagen, Begleiterscheinungen und Einschränkung von Arbeit und Sozialleben, kann einen mittleren bis hohen GdB rechtfertigen.
Wie viel GdB gibt es bei Migräne?
Die Versorgungsmedizin-Verordnung (Teil B Nr. 2.3) unterscheidet drei Verlaufsformen. Sie sind der Maßstab, den das Amt anlegt:
Leichte Verlaufsform
Anfälle durchschnittlich etwa einmal im Monat
GdB 0 – 10
Mittelgradige Verlaufsform
Häufigere Anfälle, jeweils einen oder mehrere Tage anhaltend
GdB 20 – 40
Schwere Verlaufsform
Lang andauernde Anfälle mit stark ausgeprägten Begleiterscheinungen, etwa mehrmals im Monat
GdB 50 – 60
Ab einem GdB von 50 giltst du als schwerbehindert und erhältst einen Schwerbehindertenausweis. Mehrere Gesundheitsstörungen werden nicht einfach addiert, sondern in einer Gesamtschau bewertet.
Welche Unterlagen braucht das Versorgungsamt?
Drei Dinge tragen den Antrag: der ausgefüllte Antragsvordruck, deine ärztlichen Befunde (Hausarzt, Neurologe, gegebenenfalls Schmerzambulanz) und eine Schweigepflichtentbindung, mit der das Amt Berichte direkt bei deinen Ärzten anfordern darf. Dazu kommt dein eigener, stärkster Beleg: ein lückenloses Kopfschmerz-Tagebuch, das Häufigkeit und Schwere über die Zeit zeigt.
Warum das lückenlose Tagebuch entscheidet
Das Amt bewertet einen Verlauf, keinen Einzeltag. Ein Tagebuch, das jeden Migränetag mit Datum, Dauer und Schwere festhält und auch die schmerzfreien Tage markiert, macht diesen Verlauf nachprüfbar. Wichtig ist, dass die Einträge zeitnah entstehen: Lücken oder erkennbar nachträglich ausgefüllte Seiten wecken den Verdacht der Rückdatierung und schwächen den Nachweis.
Genau dafür ist unser Migräne Tagebuch gebaut: ein Tap pro Tag, Erfassungszeitpunkt je Eintrag, schmerzfreie Tage mit einem Tipp, und auf Wunsch ein strukturierter PDF-Export über drei, sechs oder zwölf Monate. Alles bleibt lokal auf dem iPhone.
Wie der Antrag abläuft
Befunde sammeln
Lege deine ärztlichen Unterlagen zusammen: Diagnosen, Arztbriefe, Medikationspläne. Je vollständiger das Bild, desto besser kann das Amt einschätzen.
Tagebuch führen
Dokumentiere jeden Migränetag mit Datum, Dauer, Schwere und Begleiterscheinungen, und markiere auch die schmerzfreien Tage. Drei bis zwölf Monate ergeben ein belastbares Bild.
Antrag stellen
Den Antrag stellst du beim zuständigen Versorgungsamt, je nach Bundesland auch Amt für soziale Angelegenheiten, Landesamt oder Landratsamt. Vielerorts geht das online. Befunde und Tagebuch beifügen, Schweigepflichtentbindung nicht vergessen.
Bescheid prüfen
Das Amt fordert Berichte an und entscheidet per Bescheid. Prüfe den festgestellten GdB und die Begründung. Ab GdB 50 erhältst du einen Schwerbehindertenausweis.
Bei Bedarf Widerspruch
Stimmt das Ergebnis nicht, kannst du innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen. Sozialverbände und Fachanwälte für Sozialrecht helfen dabei.
Wenn der Bescheid nicht stimmt
Fällt der GdB zu niedrig aus oder wird der Antrag abgelehnt, kannst du innerhalb eines Monats nach dem Bescheid Widerspruch einlegen. Bleibt der Widerspruch erfolglos, ist eine Klage beim Sozialgericht möglich, die in der Regel kostenfrei ist. Für die rechtliche Begleitung helfen Sozialverbände wie VdK oder SoVD sowie Fachanwältinnen und Fachanwälte für Sozialrecht. Ein durchgehend geführtes Tagebuch ist auch hier dein stärkstes eigenes Argument.
Häufige Fragen
Bekomme ich für Migräne überhaupt einen GdB?
Ja, das ist möglich. Maßgeblich ist nicht die Diagnose allein, sondern wie stark und wie häufig die Migräne dich im Alltag einschränkt. Eine leichte, seltene Verlaufsform bringt in der Regel keinen oder nur einen geringen GdB; eine häufige oder schwere Verlaufsform kann einen mittleren bis hohen GdB rechtfertigen.
Wie viel GdB gibt es bei Migräne?
Die Versorgungsmedizin-Verordnung (Teil B Nr. 2.3) nennt drei Stufen: leichte Verlaufsform (durchschnittlich etwa einmal im Monat) GdB 0 bis 10, mittelgradige Verlaufsform (häufigere, jeweils ein oder mehrere Tage anhaltende Anfälle) GdB 20 bis 40, schwere Verlaufsform (lang andauernde Anfälle mit stark ausgeprägten Begleiterscheinungen, etwa mehrmals im Monat) GdB 50 bis 60. Ab einem GdB von 50 giltst du als schwerbehindert.
Welche Unterlagen braucht das Versorgungsamt?
Den ausgefüllten Antrag, ärztliche Befunde (Hausarzt, Neurologe, Schmerzambulanz) und eine Schweigepflichtentbindung, damit das Amt Berichte selbst anfordern kann. Ein lückenloses Kopfschmerz-Tagebuch ist der Nachweis, der Häufigkeit und Schwere über die Zeit belegt, das überzeugendste eigene Dokument.
Warum ist ein lückenloses Tagebuch so wichtig?
Das Amt bewertet Häufigkeit und Schwere über einen längeren Zeitraum. Ein Tagebuch, das jeden Migränetag mit Datum und auch die schmerzfreien Tage festhält, zeigt diesen Verlauf nachvollziehbar. Lücken oder erkennbar nachträglich ausgefüllte Einträge schwächen den Nachweis, weil sie den Verdacht der Rückdatierung wecken.
Wie lange dauert ein GdB-Antrag?
Das hängt vom Bundesland und der Auslastung des Amtes ab; mehrere Monate sind normal, oft drei bis sieben. Das Amt holt zunächst die ärztlichen Berichte ein, bevor es entscheidet.
Was kann ich tun, wenn der Antrag abgelehnt oder der GdB zu niedrig ist?
Gegen den Bescheid kannst du innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen. Hilft das nicht, ist eine Klage beim Sozialgericht möglich, die in der Regel kostenfrei ist. Für die rechtliche Seite unterstützen Sozialverbände wie VdK oder SoVD oder eine Fachanwaltskanzlei für Sozialrecht.
Schritt eins automatisch
Das lückenlose Tagebuch füllt sich mit einem Tap pro Tag.
Migräne Tagebuch hält jeden Tag mit Erfassungszeitpunkt fest, markiert schmerzfreie Tage und erzeugt auf Wunsch den strukturierten PDF-Export für GdB, Reha oder BU. Kostenlos, ohne Konto, ohne Werbung.
Dieser Ratgeber ist eine allgemeine Information, keine Rechtsberatung und keine medizinische Beratung. Maßgeblich sind die gesetzlichen Regelungen und die Entscheidung der zuständigen Stelle. BrainArts Studio, Koblenz.